Kurzdarstellung

Das Forschungsprojekt NaBeMi adressiert die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit bei Unternehmensentscheidungen und die Herausforderungen von KMU, Nachhaltigkeitsziele in der Produktion umzusetzen. Ziel ist die Entwicklung einer Methodik für nachhaltigkeitsfördernde Betriebsmittel unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte. Ein webbasiertes Assistenzsystem unterstützt dabei den Betriebsmittelplanungsprozess für manuelle und hybride Montagesysteme. Die Methodik integriert drei Qualitätsregelkreise, um Konflikte zwischen klassischen und Nachhaltigkeitszielgrößen zu lösen und eine ganzheitliche Betriebsmittelplanung zu ermöglichen. Hierdurch werden Zielkonflikte analysiert und eine hohe Planungsgüte sichergestellt.

Wissenschaftliche Tiefe und hohe Praxisorientierung

Ziel des Forschungsvorhabens

Das Ziel des Forschungsvorhabens NaBeMi besteht in der Entwicklung einer Methodik, die einen ganzheitlichen Ansatz zur systematischen Erzeugung von Anforderungen für nachhaltigkeitsfördernde Betriebsmittel in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit bietet . Diese Methodik wird in ein dreiteiliges Assistenzsystem integriert, das aus Anforderungs-, Zielgrößen- und Planungsauswahlassistenz besteht. Es unterstützt den Betriebsmittelplanungsprozess für manuelle und hybride Montagesysteme und steht KMU als webbasierter Software-Demonstrator zur Verfügung. Das System generiert Lastenhefte mit detaillierten Anforderungen.

Das Konzept von NaBeMi

Das Gesamtkonzept setzt sich aus drei Qualitätsregelkreisen zusammen. Die Anforderungsanalyse (Q1) und die Zielgrößenanalyse (Q2) dienen dem Festlegen der Rahmenbedingungen und werden über eine Bewertungsmethodik mit der Planungsauswahlanalyse (Q3) verknüpft. Aus der Planungsauswahlassistenz geht dann das Lastenheft für die Betriebsmittelvariante hervor, welche die Betriebsmittelanforderungen und ganzheitlichen Zielgrößen am besten berücksichtigt. Bisher werden Qualitätsregelkreise in der Produktion von KMU vorrangig auf operativer Ebene zur Feststellung von Abweichungen zwischen der Ist-Qualität der Produkte und der zuvor definierten Soll-Qualität auf dem Shopfloor eingesetzt. In der Planung werden derartige Regelkreise zur Überprüfung und Verbesserung der Planungsqualität, insbesondere von KMU, nur teilweise eingesetzt und sind nicht Teil einer integrierten Planungssystematik.

Die maßgebliche Innovation liegt in der vorangestellten Entwicklung eines ganzheitlichen Zielgrößensystems, in welchem nicht nur die klassischen Zielgrößen (Zeit, Qualität, Kosten), sondern auch die Nachhaltigkeitszielgrößen von Betriebsmitteln untersucht werden. Berücksichtigt werden dabei soziale (z. B. menschzentrierte Funktionen, Auswirkungen auf die Mitarbeitenden), ökologische (z. B. Ressourceneffizienz, Wiederverwendbarkeit) und ökonomische Aspekte (z. B. Produktivität, Qualität). Infolgedessen werden die Auswirkungen von Betriebsmitteln während der Nutzung von Beginn an in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Durch das frühzeitige Einbinden von Nachhaltigkeitszielen und einem systematischen Vorgehen in der Betriebsmittelplanung kann somit ein Beitrag zur Förderung von Nachhaltigkeit auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene im Zentrum der Wertschöpfung geleistet werden.